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Wintergemüse

Wintergemüse

Gewaechshaus Wintergemuese

 

Wintergemüse im Gewächshaus

 

Kohl, Wurzel-, Zwiebelgemüse und Salate sind die Pflanzengruppen, die sich im Gewächshaus bis relativ spät ins Jahr anziehen und ernten lassen. Ganz besonders „hart im Nehmen“ sind Spinat, Feldsalat und Winterpostelein/ Winterportulak. Keine andere Nutzpflanze erträgt so geringe Temperaturen und liefert selbst im Winter noch frisches Grün mit allerhand wichtigen Vitaminen (Vitamin A, C, B), Mineral- und Ballaststoffen. Optimal für die Kultur im kühlen Gewächshaus.

Spinat (Spinacia oleracea),  Feldsalat (Valerianella locusta) und Winterportulak (Claytonia perfoliata) bevorzugen einen Standort mit möglichst viel Sonneneinstrahlung. Dies ist nicht nur für eine zügige, gesunde Entwicklung der Pflanzen wichtig, sondern auch ratsam damit Nitrat (Vorstufe des giftigen Nitrits) in Blattmasse umgewandelt wird und sich nicht ansammelt. Aus eben diesem Grund sollte von zu hohen Temperaturen im Gewächshaus während des Winteranbaus Abstand genommen werden.

Die Anzucht im Gewächshaus beginnt in der Regel von Ende August an bis allerhöchstens Mai. Nach Praxiserfahrungen ist bei der Aussaat im Dezember und Januar Zusatzbeleuchtung im Gewächshaus sinnvoll. Ausgesät wird bei 10 – 20°C bei einer Saattiefe von 1cm. Möglich ist auch eine vorgeschaltete Kältebehandlung des ausgesäten Samen. Dafür den Samen circa eine Woche 5° bis 10°C aussetzen, dann wärmer stellen. Bei späten Aussaaten ist auch im Gewächshaus die richtige Sortenwahl wichtig, um die unerwünschte Blüte zu vermeiden. Der Samen wird leicht mit Erde bedeckt und keimt innerhalb von zwei bis vier Wochen. Folgesaaten im zweiwöchigen Rhythmus ermöglichen im Gewächshaus sehr lange Erntezeiträume. Es lohnt sich die Anschaffung eines beheizbaren Vermehrungsbeetes.

Anbau und Pflege: Beim Auspflanzen oder der Aussaat direkt ins Gewächshaus Beet sind Reihenabstände von 20 – 25cm für Spinat und 10cm für Feldsalat günstig. Bei Feldsalat und Winterpostelein lassen sich kleine Pflanztuffs von 8 bis 10 Pflänzchen in 10 - 15cm Abständen setzen. Neutraler Boden wird bevorzugt. Die Erdtemperatur im Gewächshaus sollte über 8°C liegen. Dies lässt sich durch die Aussaat in Gefäße, aus denen dann direkt geerntet wird, realisieren. Bei etwas größeren Mengen macht jedoch ein Bodenheizkabel im Gewächshaus Sinn. Die Pflanzen sind pflegeleicht. Temperaturen über 13°C sind weder notwendig, noch sinnvoll. Seltenes, kräftiges Gießen an wärmeren Tagen ist die Hauptarbeit. Düngung sollte nur nach Bodenprobe erfolgen, denn speziell Spinat bildet bei einer Überdüngung mit Stickstoff übermäßig Nitrat und Oxalsäure.

Dafür stellt er einen guten „Lückenfüller“ in der Fruchtfolge im Gewächshaus dar. Die Wurzeln von Spinat enthalten Saponine, welche die Aufnahmefähigkeit der Pflanzenzellwände für Nährstoffe erhöhen. Der Geruch der Pflanze vertreibt u.a. Erdflöhe. Deswegen lohnt sich die Verwendung Spinats als Mulchmaterial und Bodenkur im Gewächshaus ganz außerordentlich.

Falscher Mehltau an Feldsalat und Echter Mehltau an Spinat sind die zwei größten Pflanzenschutz-Probleme. Abhilfe schaffen robuste und resistente Sorten und eine optimale Luftbewegung. Ferner sollte Spinat beim Anbau nicht mit Mangold oder Roten Rüben kombiniert werden.

Von der Aussaat bis zur Ernte vergehen im Gewächshaus gut zwei Monate. Dann wird „nicht im gefrorenem Zustand und möglichst bei sonnigem Wetter“ geerntet. Die Verwendungsmöglichkeiten in der Küche sind vielfältig. Spinat lässt sich traditionell zu Kartoffeln und Frikadellen oder auch in gemischten Aufläufen, Pfannengerichten, zu Pasta, Blätterteig und Fisch servieren. Der nussige Geschmack des Feldsalat kommt mit einem schlichten Essig-Öl-Dressing und Pinienkernen ebenso zur Geltung, wie leicht erwärmt mit Speckstreifen und Sahne. Wichtig sind bei beiden Pflanzen das gründliche Waschen und Trockenschütteln.

Bei Feldsalat gibt es mehrere empfehlenswerte Gewächshaus Sorten, abhängig vom Anbauzeitpunkt und Temperatur im Gewächshaus: Für den späten Anbau (Aussaat ab September) im kühlen bis kalten Gewächshaus eignen sich „Elan“ und „Vollhart 3“. Bereits Ende Juli können „Verte à coeur plein“ und „Verte de Cambrai ausgebracht werden. Nahezu ganzjährig, besonders für Frühjahr und Spätherbst ist „Vit“ ideal. Bei Spinat sind „Monnopa“ und „Verdil“ für frühen und späten Anbau gleichermaßen geeignet.

Beim Winterportulak gibt es keine unterschiedlichen Sorten.

Nach der allgemeinen, etwas unsauberen Definition zählen Haferwurzel, Karotten, Knollensellerie, Pastinaken, Petersilienwurzeln, Rettich, Radieschen, Rote Bete, Schwarzwurzeln, Speiserüben, Steckrüben, Topinambur und Zuckerwurzeln zu den Wurzelgemüsen. Sie alle eignen sich für einen späten Herbst- oder frühen Frühjahrsanbau, wie am Beispiel vom Rettich zu sehen:

Die Aussaat von Rettich findet je nach Sorte zwischen Juni und Juli oder Juli und August (spätestens Anfang September) mit 1cm Saattiefe statt. Die Keimung erfolgt innerhalb von 8 bis 10 Tagen, die Ernte beginnt im September und kann – bei später Aussaat – bis in den November reichen. Voraussetzung hierfür ist ein sonniger Standort, tief gelockerter, schwach saurer, nährstoffreicher Boden und mindestens 20cm Abstand in alle Richtungen zur nächsten Pflanze. Frische organische Düngung ist dringend zu vermeiden. Außerdem sollte eine gleichmäßige Wasserversorgung erfolgen, so wachsen die Rüben zügig und bleiben knackig-zart.

Alternativ kann im frostfreien Gewächshaus auch ab Februar mit der Aussaat für den Frühanbau begonnen werden. Sowohl der Anbau in ausreichend großen, tiefen Gefäßen ist möglich, als auch ein späteres Auspflanzen. Beim Auspflanzen ausnahmsweise möglichst tief setzen. Die Ernte beginnt im April.

Pflanzengesundheit: Rettiche werden von den allermeisten Schädlingen wegen der ätherischen Öle verschmäht, achten Sie auf ausreichend Luftzirkulation, im Zweifelsfalle verhindert das Auflegen von Vlies unliebsame Mitesser, wie die Rettichfliege. Kohlgewächse sollten grundsätzlich nur mit Anbaupausen im gleichen Boden angebaut werden.

Die Rüben sind (kühl, dunkel) monatelang lagerfähig. In der europäischen Küche wird die Rübe ausschließlich roh verzehrt, z.B. zu Brezeln, Käsedipp und Bier, auf ein Butterbrot oder in einem Salat. In Japan wird Rettich häufig gedünstet und mit Sojasoße süß-sauer-scharf angemacht.

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