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Gewächshaus Artikel aus Gartenpraxis Teil 1

Gewächshaus Artikel aus Gartenpraxis Teil 1

Gewächshäuser – praktisch und schön                Karla Krieger (Teil 1 von 2)


(Erstveröffentlichung in der Zeitschrift Gartenpraxis)

Wenn es um „Glashäuser“ bzw. ein Gewächshaus geht, werden in Büchern und Zeitschriften gerne die historisch anmutenden Gewächshäuser aus England präsentiert. Ob der visuellen Begeisterung treten bei den Autoren häufig praktische Erwägungen in den Hintergrund. Wie heutige Anforderungen an die Nutzung und Ästhetik verbunden werden können, soll in dieser und der nächsten „Gartenpraxis“-Ausgabe aufgezeigt werden.
 

Gewächshaus angebaut

Der erste Teil des Artikels zum Thema Gewächshaus informiert über Aspekte der Planung wie Gewächshaus Größe, Standort, Baumaterial und –form sowie Eindeckung. Die genaue Kenntnis der Materialeigenschaften und ihrer Kennwerte hilft, Angebote richtig zu beurteilen. In der November-Ausgabe werden dann konkrete Hinweise zur Gewächshaus Innengestaltung, Einrichtung und  Bepflanzung gegeben.


Welches Gewächshaus für welchen Zweck?

Gewächshäuser stellen unfraglich eine Bereicherung des Gartens dar: Der Anbau von wärmeliebendem Gemüse im Sommer und das Überwintern von Kübelpflanzen sind zwei typische Nutzungen eines Gewächshauses. Aber auch Spezialkulturen ambitionierter Pflanzensammler finden im Gewächshaus optimale Klimabedingungen. Foliengewächshäuser eignen sich für Einsteiger, die erste Erfahrungen sammeln möchten. Die Überwinterung erfordert in jedem Fall ein gut gedämmtes Gewächshaus. Achtet man auf hochwertige Qualität, kann man sogar das ganze Jahr hindurch Gemüse und Salat ernten – und das mit recht geringen Heizkosten.


Historisches Holz Gewächshaus
 

 



 

Gewächshaus mit asymetrischem Dach


Diverse Gewächshausbauformen

In der Frühzeit des Gewächshausbaus gab es diverse Bauformen für die Kultur von Wein, Ananas, Feigen oder anderen Nutz- und Zierpflanzen. Heute sind Satteldachgewächshäuser mit senkrechten Stehwänden üblich. Auch wenn sich dieser Typ durchgesetzt hat, gibt es Alternativen dazu – oft aber mit Einschränkungen bei der Nutzbarkeit oder deutlich höheren Baukosten.

Das Orchideen Gewächshaus in meinem Elternhaus war ein sogenanntes Erdhaus. Die zum Teil in den Erdboden eingelassenen Stehwände senken die Heizkosten, denn Orchideen verlangen auch im Winter 18-20 °C.
 

Bei einem runden oder mehreckigen Gewächshaus ist auf konstruktive Stolperfallen, zum Beispiel bei der Dachlüftung, zu achten. Gewächshaus Modelle mit geneigten Außenwänden schränken den Nutzraum erheblich ein.
Ein Solarhaus Gewächshaus ist asymmetrisch konstruiert: Eine große, nach Süden weisende Dachfläche bringt hohen Lichteinfall. Die Rückwand kann auch gemauert sein und dann als Wärmespeicher dienen.
Ein Anlehngewächshaus, also ein „halbes“ Gewächshaus, angebaut an ein Gebäude, spart Energie- und Anschaffungskosten und ist durchaus eine überlegenswerte Alternative.

Gewächshaus im Gemüsegarten

Baumaterial und Konstruktion eines Gewächshauses

Ein Gewächshaus wird durch Wind, Regen, Sturm, Hagel, Schneelast und UV-Strahlung  stark beansprucht. Möchte man dem etwas entgegensetzen, kommt in der Regel nur ein Material in Frage: Aluminium. Es ist leicht, stabil, korrosionsfest und sehr langlebig.

Stahl wird im Erwerbsgartenbau im Gewächshaus mit großer Spannweite verwendet, bietet im Hobbybereich aber Nachteile: Stahl ist dreimal schwerer als Aluminium. Die Nutzung der Profile zum Anbringen von Hängeborden oder Ähnlichem im Gewächshaus ist stark eingeschränkt, da die Feuerverzinkung nicht beschädigt werden darf.

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Ein Holz Gewächshaus ist etwas für Liebhaber, die sich vor regelmäßigen Pflegearbeiten nicht scheuen. Hersteller, die dieses „historische“ Material für neue Gewächshäuser anbieten, verwenden heute vor allem die aus Nordamerika stammende Thuja plictata (Western Red Cedar). Das relativ leichte, gut pilzresistente und harzfreie Holz ist langjährig witterungsstabil, sollte aber trotzdem regelmäßig mit pigmentierten Lasuren behandelt werden.
 

Gewächshäuser müssen stabil sein. Außer dem Eigengewicht wirken weitere Lasten: Hängeborde müssen Aussaatkisten oder schwere Töpfe tragen. Auch die Schneelast auf einem Gewächshaus kann erheblich sein. Stabilität zeigt sich in den unterschiedlichen Profilquerschnitten und in den Details der Verarbeitung.

Gewaechshaus-GP-1027 Für die Gewächshaus Dachneigung gilt: Bei einem zu steilen Gewächshaus Dach entweicht die Wärme ungenutzt durch den hohen First. Ein zu flaches Gewächshaus Dach leidet unter Schneelast. Während außen der Staub durch den Regen nicht mehr abgewaschen wird, fließt Kondenswasser innen schlecht zu den Seiten ab und tropft auf die Pflanzen. Neigungen zwischen 15 Grad (Anlehngewächshäuser) und 30 Grad (freistehende Gewächshäuser) haben sich daher am besten bewährt. Ist die Traufe als breite Dachrinne ausgebildet, kann sie effektiv das wertvolle Regenwasser auffangen.
 

Stabile Türen und Fenster gehören im Gewächshaus zu einer guten Konstruktion. Flügeltüren sind stabiler als Schiebetüren und schließen dichter. Eine Türbreite von mindestens 80 cm erlaubt das Befahren mit einer Schubkarre. Eine Schwelle mit Türanschlag verhindert undichte Fugen. Wird ein höherer Sockel gebaut, wird die Tür zum Gewächshaus entsprechend abgesenkt.

Über die Unterschiede in der Ausführung von Gewächshäusern informiert man sich am besten immer durch persönlichen Augenschein, denn Katalogabbildungen spiegeln nicht  die tatsächliche Ausführungsqualität wider.


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Be- und Entlüftung im Gewächshaus

Der Wert einer funktionierenden Gewächshaus Lüftung kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Schon ab 40 °C sind Wachstums-Stockungen und Schäden an den Pflanzen möglich. Etwa 10% der Außenfläche vom Gewächshaus soll zu öffnen sein. Die Berechnung erfolgt ohne Tür, denn der Gewächshausbesitzer ist nicht immer gleich zur Stelle, um die Tür bei starker Wärmeentwicklung zu öffnen.

Die Gewächshaus Fenster müssen auf das Dach und auf die Seitenwände verteilt werden. Nur durch den so entstehenden Kamineffekt wird warme Luft ab- und frische Luft zugeführt.

Überprüfen Sie in einem Gewächshaus Angebot also unbedingt die Anzahl, Größe und Lage der Fenster. Vergleichen Sie die Fensterfläche mit der Außenfläche. Eine gute Hilfe sind automatische Fensteröffner. Sie arbeiten ohne Strom und öffnen und schließen die Gewächshaus Fenster je nach Temperatur. Gute  Modelle verfügen über eine Sturmsicherung.

Die Gewächshaus Eindeckung

Bereits die Römer sollen vor etwa 2000 Jahren „Frühbeete“ genutzt haben, die sie mit dünn geschliffenen Steinplatten abdeckten. Im Mittelalter konnte eine frühe Ernte zu einer Anklage wegen Ketzerei führen, da man gegen den göttlichen Zeitplan verstieß. Das 19. Jahrhundert beeindruckte dann mit den prächtigen Wintergärten ganz aus Glas.

Die Art der Eindeckung ist ein entscheidendes Qualitätsmerkmal für ein Gewächshaus. Sie beeinflusst das Pflanzenwohl, die Nutzungsdauer und die Energiebilanz. Hier darf also nicht am falschen Ende gespart werden. Langjährige Erfahrung bescheinigt den wärmedämmenden 16mm starken Stegdoppelplatten aus Plexiglas die besten Eigenschaften. Es gibt aber auch andere Materialien.
 

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Einscheibenglas (meist 4 oder 6mm) führt im Gewächshaus zu etwa dreimal höheren Heizkosten als 16mm Stegdoppelplatten, bzw. zu erheblichen Temperaturschwankungen. Oft muss eine zusätzliche Schattierung Verbrennungen und Überhitzung verhindern. Das verbliebene Licht reicht dann nicht mehr aus, um Gemüse, Kräuter oder Salate anzubauen. Sicherheitsglas – vor allem im Dach – ist ein Muss.

Zwei-Scheiben-Isolierglas (16mm) wird in den Steh- und Giebelwänden häufig eingesetzt, wenn im Gewächshaus volldurchsichtiges Glas gewünscht ist. Der Wärmedämmwert ist ähnlich gut wie bei Stegdoppelplatten.


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Ein Gewächshaus mit Stegdoppelplatten (SDP) ist noch kein Qualitätsmerkmal für sich, denn sie werden aus sehr unterschiedlichen Ausgangsmaterialien hergestellt. Die Platten sehen sich im Neuzustand sehr ähnlich, unterscheiden sich aber in Preis und Qualität erheblich. Drei Aspekte sind von besonderer Bedeutung: eine langjährig garantierte Lichtdurchlässigkeit, die Haltbarkeit und die Dämmfähigkeit. Diese Eigenschaften sind abhängig vom Werkstoff und von der Plattendicke.

Das Polymethylmethacrylat („Acrylglas“ oder „Plexiglas“) weist gegenüber dem Polycarbonat („Macrolon“) in der Pflanzenkultur deutliche Vorteile auf. Auf Plexiglas wird eine 30-jährige Garantie auf eine Lichtdurchlässigkeit (rund 90 %) gewährt. In den Ausführungen „Alltop“ und „Resist“ sorgen breite Stegabstände für große Transparenz. Bei „Alltop“ vermindert eine spezielle Oberflächenausrüstung Kondenswasser- und Algenbildung. Die UV-Durchlässigkeit vermeidet Sonnenbrand nach dem Ausräumen der Pflanzen im Frühjahr, Farb- und Aromastoffe bilden sich besser aus und die gesundheitsschädliche Nitratanreicherung im Gemüse aus dem Gewächshaus ist geringer. Aus energetischen Gründen ist eine Stärke von 16mm zu empfehlen.

Wird in einem Gewächshaus Angebot kein Material angegeben, unbedingt nachfragen! Polycarbonat in Stärken von 6, 8 oder 10 mm lässt das Gewächshaus preisgünstig aussehen. Der Wärmeverlust ist gegenüber den 16-mm-Platten aber deutlich höher. Dazu kommt die stärker nachlassende Lichtdurchlässigkeit. Qualität hat hier ihren Preis. Werden die Kosten der Plexiglas-Stegdoppelplatten aber auf ihre Nutzungsdauer umgerechnet, lohnt sich die Entscheidung in jedem Fall.
 

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Fundament/Sockel für das Gewächshaus

Ein klassisches Streifenfundament ist für ein hochwertiges Gewächshaus langfristig die beste Lösung. Zusätzlich gedämmt, hält es die Wärme im Boden und verhindert das Eindringen von Wühlmäusen. Ein Sockel von 10 bis 20 cm Höhe verhindert Spritzwasser und Verschmutzungen am Fuß der Verglasung. Dann sollte die Tür abgesenkt werden. Gestalterisch ansprechend ist auch ein 50 bis 60 cm hoher Sockel aus schönen Natur- oder Ziegelsteinen. Die Seitenwände des Gewächshauses werden dann ggfls. eingekürzt um ein harmonische Gesamtbild zu erzielen.

Die richtige Gewächshaus Größe

Kleine und niedrige Gewächshäuser sind eng und überhitzen leicht. Pflanze und Mensch fühlen sich hier nicht wohl. Ein Gewächshaus sollte ausreichend Raum für Pflanzbeete, Arbeits- und Abstellflächen und vielleicht noch für einen kleinen Sitzplatz bieten. Die Größe hängt natürlich vom Platz im Garten, von der Nutzung und vom Budget ab. 5 bis 6 m² sind als Mindestgröße anzusetzen, 8 bis 12 m² bieten noch bessere Bedingungen. Einige Gewächshaus Anbieter haben auch Erweiterungsmöglichkeiten im Angebot. Beim Preisvergleich ist neben der Fläche auch die Gewächshaus Höhe zu berücksichtigen. Man möchte ja Tomaten, Gurken, Melonen nicht kappen und auf Ernte verzichten.
 

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Standort des Gewächshauses

Wenn man das Gewächshaus möglichst hell, nicht unterhalb von Bäumen und mit einem gewissen Abstand zu Hecken und Mauern aufstellt, kann man nichts falsch machen. Am Hang schaffen Fundament und Sockel den nötigen Geländeausgleich. Kurze Wege vom Wohnhaus erleichtern die Pflege und Ernte.

Entscheidend ist auch die Beachtung der Windverhältnisse. Wind trägt erheblich zum Energieverlust bei.

Gibt es wenig Platz im Garten, bieten sich unkonventionelle Lösungen an wie ein Anbau unter einem Balkon, eine Kombination aus Gewächshaus- und Gerätehaus oder die Überbauung alter Schwimmbäder, Misten oder des Garagendaches an.

Technische Grundausstattung im Gewächshaus

Der Gärtner pflegt seine Pflanzen im Gewächshaus genau wie im Freiland. Er gräbt, pflanzt, gießt und düngt. Doch über einige Bedürfnisse der Pflanzen denkt der Freilandgärtner kaum nach, da diese von der Natur bedient werden. Der Regen hilft beim Gießen, der Wind verringert die Gefahr von Pilzbefall und ausreichend Sonnenschein ist zumindest an offenen Plätzen auch kein Problem.

Diese drei Elemente fehlen im Gewächshaus und der Gärtner muss sie berücksichtigen, um keine unerklärlichen Misserfolge zu erleiden. Er tritt gewissermaßen als Wettergott auf, erhält aber Unterstützung durch einige einfache Hilfsmittel.


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Gießen: Der Wasserbedarf im Gewächshaus ist höher. Regenfässer und ein Anschluss an die Wasserleitung sollten vorhanden sein. Helfer: ein Bewässerungssystem (ohne Strom).

Lüften: Die Gewächshaus Fenster müssen temperaturabhängig geöffnet und geschlossen werden. Helfer: Automatische Fensteröffner.

Luftbewegung: Im Gewächshaus fehlt der natürliche Wind. Befall durch Pilze und Weiße Fliege sind typisch, vor allem bei fehlender Luftbewegung. Helfer: ein Luftumwälzer. Bei geringem Stromverbrauch leistet er große Dienste in Sachen Pflanzengesundheit. Die Leistung wird nach dem Gewächshaus Rauminhalt berechnet. Fenster können das Gerät nicht ersetzen, denn sie bleiben ja bei Kälte geschlossen.


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Beheizung eines Gewächshauses

Früher säen und pflanzen, länger ernten, Kübelpflanzen überwintern – um die erforderliche Mindesttemperatur von 5 bis 8 °C auch in kalten Monaten im Gewächshaus zu gewährleisten, geht es nicht ganz ohne Heizung. Den konkreten Wärmebedarf für ein Gewächshaus erfährt man vom Hersteller. Daraus ergibt sich der notwendige Anschlusswert der Heizung. Dieser sollte immer auf die kälteste, zu erwartende Außentemperatur ausgelegt werden um auch in einem strengen Winter auf der sicheren Seite zu sein.
Spezielle Gewächshaus Elektroheizungen sind für Feuchträume geeignet, verfügen über ein Thermostat und über ein ausreichend starkes Gebläse, um die Wärme zu verteilen. Ein entsprechender Stromanschluss sollte also immer eingeplant werden. Alternativ ist eine Gewächshaus Gasheizung möglich, manchmal auch der Anschluss an die Hausheizung.

Der tatsächliche Energiebedarf für die Gewächshausbeheizung hängt natürlich im wesentlichen davon ab, wie gut das Gewächshaus isoliert ist und wie kalt der Winter wird. Ein einfaches Gewächshaus ohne Isolierung läßt sich nicht wirtschaftlich frostfrei halten.


Karla_Krieger

Autoreninfo

Karla Krieger Büro f. Denkmalpflege & Gartenkultur,
Thb. der Fa. Krieger Gewächshäuser
Karla Krieger
Gahlenfeldstr.5
58313 Herdecke

www.kriegergmbh.de


So finden Sie Ihr Traumgewächshaus

Ein erster Streifzug durch das Internet lässt den Gewächshaus-Interessenten meist eher ratlos zurück. Man sollte sich also Zeit nehmen, sich ausführlich informieren und dann die favorisierten Gewächshäuser auch in natura anschauen. Ganz nebenbei lernt man dann einiges über die Besonderheiten des Gärtnerns unter Glas. Vermeiden sollte man halbherzige Kompromisse, die aus Kostengründen resultieren. Dann sollte man doch lieber noch ein bisschen sparen und an seinem Traumgewächshaus planen. Geduld ist ja bekanntermaßen eine der besonderen Tugenden eines Gärtners.

Krieger Gewächshaus Center:  © Copyright: Karla Krieger und  Ilona Krieger, Kuno Krieger GmbH

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