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Wassermelonen

Wassermelone

Melonenblüte

Melonenblüte

Honigmelone

Honigmelone

Melonen anbauen: Im Gewächshaus gedeihen sie am besten

Mit ein wenig Wissen und der richtigen Vorbereitung kann jeder ambitionierte Gärtner Melonen im Gewächshaus anbauen. Ob Zuckermelonen (Cucumis melo) oder Wassermelonen (Citrullus lanatus) – die wärmeliebenden Kürbisgewächse stammen ursprünglich aus tropischen und subtropischen Regionen Afrikas und Asiens. Nach Europa gelangten sie bereits in der Antike und galten lange als exklusive Delikatesse. Besonders im Mittelalter waren sie in Klostergärten als Heil- und Luxuspflanze geschätzt.

Dank warmer & geschützter Atmosphäre zur köstlichen Frucht

Ein Gewächshaus bietet die idealen Bedingungen für eine erfolgreiche Ernte, da Melonen dort unabhängig vom Wetter geschützt und gleichmäßig reifen können. Im Gegensatz zum Anbau im Freiland profitieren Melonen im Gewächshaus von konstanten Temperaturen und Schutz vor Kälte, Regen und Wind. Dadurch entwickeln sich süße, aromatische Früchte – auch in Regionen mit wechselhaftem Klima.

Honigmelone, Wassermelonen & Co. – welche Sorte eignet sich für mein Gewächshaus?

Die Melone ist mit dem Kürbis verwandt; dank ihrer hartschaligen Frucht werden sie als „Panzerbeeren“ bezeichnet. Man unterscheidet in erster Linie zwischen Wassermelonen und Zuckermelonen. Für den Anbau im Gewächshaus ist die Zuckermelone wesentlich sicherer, bei ausreichend früher und warmer Aussaat sind aber auch Wassermelonen aus eigenem Anbau möglich.

Besonders bewährt hat sich die Honigmelone – sie gehört zu den Zuckermelonen und gedeiht im Gewächshaus ausgezeichnet. Sorten wie 'Yellow Canary' oder 'Petit Gris de Rennes' entwickeln unter konstanten Bedingungen besonders süße, aromatische Früchte.

Da alle Arten von Melonen in der Regel sehr wärmebedürftig sind, lohnt sich der Anbau in einem Beet im Garten meist nicht, ein Gewächshaus erweitert hier die Möglichkeiten und ist für Melonen der richtige Ort. Unabhängig von äußeren Wetter Eskapaden, können die Früchte in einem Gewächshaus sicher reifen.

Melonen ziehen: Tipps zur Aussaat und Anzucht im Gewächshaus

Anzucht: Bei 25° bis 28°C dauert die Keimung der Melonenpflanze 7 bis 10 Tage, im Ausnahmefall bis zu 21 Tage. Die gesamte Zeit für die Anzucht liegt bei ca. 7 bis 8 Wochen. Bei einer Aussaat Ende März können demnach die kräftigen Jungpflanzen Mitte Mai ausgepflanzt werden.

Wichtige Bedingungen im Überblick:

  • Keimtemperatur: 25–28 °C
  • Keimdauer: 7–10 Tage (max. 21 Tage)
  • Gesamtdauer der Anzucht: ca. 7–8 Wochen
  • Optimaler Aussaatzeitpunkt: Ende März (für Auspflanzung der kräftigen Jungpflanzen Mitte Mai)
  • Idealer Standort: Warmhaus oder beheiztes Vermehrungsbeet
  • Saattiefe: ca. 1 cm
  • Besonderheit bei eigenem Saatgut: Spitze nach unten einsetzen

Wertvolle Hinweise aus unserer Praxis:

In sehr sonnigen, warmen Frühjahren kann einem nach dieser Zeitspanne die Pflanze bereits über den Kopf wachsen, denn bei über 20 °C verkürzt sich die Anzuchtdauer auf 4 Wochen. In einem Warmhaus besteht die Möglichkeit von Winteranfang bis Hochsommer zu säen, denn die Fruchtbildung ist saisonunabhängig. Eine Aussaat im Dezember / Januar bringt nach 16 bis 20 Wochen die Ernte.

Sehr vorteilhaft für die Aussaat ist ein beheiztes Vermehrungsbeet. Der Samen wird 1 cm mit Aussaatsubstrat abgedeckt. Bei selbst gesammeltem Saatgut soll die Keimung besser funktionieren, wenn der Samen mit der Spitze nach unten ins Substrat gesteckt wurde.

Der richtige Standort fürs Melonen-Gewächshaus: Temperatur, Luftfeuchtigkeit & Pflanzabstand

Der beste Standort ist vor allem warm. 25 °C bis 30 °C sind gerade recht. Höchstwahrscheinlich stammt das rankende Gewächs nämlich aus den Tropen. Lassen Sie die Temperaturen (gerade bei der Jungpflanzenanzucht) nicht zu weit absinken! Nach unseren Praxiserfahrungen sind längerfristig 14 °C und absolut 10 °C die Untergrenzen. Jedoch führen solche Extreme zu vermehrter Krankheitsanfälligkeit.

Was die Luftfeuchte angeht, gibt sich die Melone ambivalent: Bei zu wenig führt die starke Verdunstungsrate zu Pflanzenstress und schlechterer Befruchtung – zu viel jedoch begünstigt Pilzinfektionen. Insofern kann es hilfreich sein, an heißen Tagen morgens den Boden und auch Wege gründlich zu bewässern. Tagsüber ist dann durch das am Boden verdunstende Wasser für Luftfeuchte gesorgt und bis zum Abend ist alles abgetrocknet. Gänzlich austrocknen sollte die Erde im Wurzelbereich jedoch nie, das würde Echten Mehltau begünstigen und fade, kleine, fragile Beeren provozieren. Ein luftiger Standort ist für Melonen von Vorteil, Zugluft jedoch sehr ungünstig.

Der Pflanzabstand sollte 60 bis 80 cm betragen, ab 80 cm Beettiefe kann (schräg) hintereinander gepflanzt werden. Bei einer Sackkultur teilen sich zwei Pflanzen ca. 70 l Substrat.

Melonen richtig gießen und düngen – so klappt die Pflege im Gewächshaus

Wenig überraschend handelt es sich bei den stark wüchsigen Melonen um Starkzehrer, was sich bei der Kultur im Gewächshaus besonders auf Düngung und Bewässerung auswirkt. Eine ausgewogene Nährstoffversorgung der Erde trägt wesentlich zur Fruchtqualität bei. Zu wohlmeinende Stickstoffgaben wirken sich vor allem auf die Blattproduktion der Melone aus und sind daher nur in den ersten Wachstumsmonaten sinnvoll. Danach ist eine wöchentliche Gabe eines ausgewogenen Flüssigdüngers – z. B. Wuxal – günstig. Alternativ liefern reichlich Kompost und ein organischer Dünger mit ähnlichen Kalium- wie Stickstoffwerten genug Nahrung.

Gegossen wird an heißen Tagen reichlich, an bedeckten nur nach Bedarf. Eine gute Gießkanne oder noch besser eine automatische Bewässerung, und vortemperiertes Wasser ist für die Melonen sehr von Vorteil.

Rankhilfen

Mithilfe von Patentschrauben können Sie an nahezu jeder Stelle der Gewächshausprofile Rankhilfen oder stabile Schnüre anbringen – ideal, um die kräftigen Melonen-Triebe sicher zu führen. Den Haupttrieb lässt man wachsen und bindet ihn fortlaufend an einer kräftigen Schnur fest. Bis in 80 cm Höhe werden alle Seitentriebe und Fruchtansätze mit einem scharfen Messer entfernt. So ist auch noch eine Unterpflanzung möglich.

Praktische Hinweise zur Ausstattung Ihres Gewächshauses finden Sie hier in unserem Ratgeber zum Thema Gewächshaus einrichten.

Rückschnitt

Regeln über den Schnitt der Seitentriebe finden sich zwar zu Hauf, im Praxistest auf unserem Krieger-Ausstellungsgelände haben aber alle unsere Zuckermelonen mindestens 3-4 große, aromatische Früchte hervorgebracht; die Wassermelone immerhin mindestens 2, auch ohne komplizierten Schnitt.

Geeignete Mischkultur-Nachbarn für das Anpflanzen von Melonen im Gewächshaus

  • Dill
  • Kohlgewächse (z. B. Kohlrabi)
  • Lauch
  • Radieschen
  • Salate
  • Phacelia oder Borretsch locken bestäubende Insekten an

Bestäuben

Damit die Fruchtbildung zuverlässig gelingt, ist eine erfolgreiche Bestäubung unerlässlich – besonders im Gewächshaus, wo es oft an natürlichen Bestäubern mangelt. Wer lieber auf Nummer sicher gehen möchte, kann die Bestäubung von Hand unterstützen. Bei Zuckermelonen und Honigmelonen ist die manuelle Bestäubung im Gewächshaus eine einfache Maßnahme, um die Ernte zu sichern. Dafür wird mit einem feinen Pinsel oder Wattestäbchen der Pollen von der männlichen Blüte auf die Narbe der weiblichen Blüte übertragen. Dieser Vorgang sollte am besten am Vormittag erfolgen, wenn die Blüten frisch geöffnet sind.

Wann sind Melonen reif? So erkennen Sie den perfekten Erntezeitpunkt

Die Erntereife kündigt sich bei den meisten Sorten mit einem wunderbar süßen, intensiven Geruch an. Je nach Sorte unterscheiden sich Duftintensität und Reifezeitpunkt leicht. Am Übergang Stängel / Frucht bilden sich kleine Risse. Bei einer Aussaat zwischen März und April ist dies von September bis November der Fall, Februarpflanzen sind von Juli bis Oktober erntereif. Warten Sie nicht zu lange mit der Ernte, wenn die Frucht gut ist, sonst fällt diese womöglich ab, sobald sie reif ist, oder sie zieht tierische Mitesser an.

Schutz der Melonen-Pflanzen: Im Gewächshaus Krankheiten vorbeugen & resistente Sorten wählen

Zum Thema Pflanzenschutz im Melonen-Anbau ist zunächst die Notwendigkeit hoher Temperaturen zu unterstreichen. Bei Jungpflanzen stockt sonst das Wachstum, in der Wachstumsphase bis August treten braune Blattränder und Welkeerscheinungen auf. Potentiellem Mehltau begegnet man mit viel Lüften und möglichst optimaler Nährstoffversorgung.

Wie immer ist die Auswahl der richtigen Sorte der erste Schritt zu gesunden Pflanzen. Einige Sorten sind widerstandsfähiger als andere. Im Grunde gibt es jährlich interessante Neuzüchtungen. Samenkataloge bzw. die jeweilige Website der Samenanbieter geben aktuelle Auskunft über die jeweiligen Eigenschaften.


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